Bedeutung der Mundpflege in der außerklinischen Intensivversorgung
Ein Bericht von Annika Hader
Menschen mit außerklinischer Intensivbeatmung – ob invasiv über Trachealkanüle oder nicht-invasiv über Maskensysteme – gehören zu den vulnerabelsten Patientengruppen. Die Mundhöhle spielt dabei eine zentrale Rolle: Sie ist Eintrittspforte für Keime, beeinflusst Atmung, Schlucken, Kommunikation und Wohlbefinden.
Annika Hader von der My Senior Dental Akademie hat täglich mit pflegebedürftigen Patienten zu tun, die dringend auf eine korrekte Mundpflege angewiesen sind. Meistens sind sie nicht mehr in der Lage, es selbst zu tun. Daher besucht sie Patienten zu Hause, in Pflegeheimen oder auch Intensivpatienten in Wohngemeinschaften.
Gerade bei beatmeten Patienten ist die Mundpflege nicht nur eine Hygienemaßnahme, sondern ein präventiver Baustein, um Komplikationen wie Pneumonien, Schmerzen, Infektionen oder Ernährungsprobleme zu vermeiden.
Warum die Mundhöhle bei Beatmung besonders gefährdet ist
- Biofilm — Durch reduzierte Selbstreinigung, Mundtrockenheit und Medikamente bildet sich schneller ein dichter Biofilm, der pathogene Keime enthält.
- Mundtrockenheit — Sauerstoffgaben, Maskenbeatmung, Medikamente (z. B. Anticholinergika, Opioide) und offene Mundhaltung fördern Xerostomie.
- Druckstellen — Masken, Tubus oder Kanülenhalterungen können indirekt zu Schleimhautreizungen führen.
- Schluckstörungen — Beatmung verändert die Muskelspannung und Koordination im Mund‑Rachen‑
- Infektionsrisiko — Keime aus dem Mund gelangen leichter in die unteren Atemwege, besonders bei Trachealkanülen.
Ziele der Mundpflege bei außerklinischer Intensivbeatmung
- Erhalt einer feuchten, schmerzfreien und intakten Schleimhaut
- Reduktion pathogener Keime und Vermeidung beatmungsassoziierter Pneumonien
- Förderung von Wohlbefinden, Kommunikation und Lebensqualität
- Unterstützung beim Essen und Trinken, sofern möglich
- Prävention von Druckstellen, Pilzinfektionen und Entzündungen
Praktische Durchführung der Mundpflege
Wie wird nun eine professionelle Mundpflege durchgeführt? Folgende Schritte sind zu beachten:
1. Vorbereitung
- Hände desinfizieren, Material bereitstellen
- Patienten informieren – auch wenn keine Reaktion erwartet wird
- Lagerung optimieren (leicht erhöht, seitliche Kopfposition bei Sekretfluss)
- Absauggerät bereithalten, falls nötig
2. Reinigung der Mundhöhle
- Weiche Bürsten oder Schaumstäbchen verwenden
- Zahnflächen mit fluoridhaltiger Zahnpasta reinigen
- Prothesen herausnehmen, reinigen und feucht lagern
- Beläge auf Zunge und Schleimhaut sanft entfernen
- Bei Pilzverdacht: weißliche, abstreifbare Beläge beachten
Fachschulungen für Intensivpflegedienste
Die MySeniorDentalAkademie kann in der außerklinischen Intensivversorgung genau dort unterstützen, wo Pflegefachkräfte, Angehörige und Intensivpflegedienste die größten Herausforderungen haben: sichere, praxisnahe Mundpflege, Erkennen von Risiken, Schulung im Umgang mit Trachealkanülen, Biofilm‑Management und präventive Strategien gegen Pneumonien und Schleimhautprobleme.
Die Akademie bietet praxisorientierte Fortbildungen, die speziell auf die Bedürfnisse außerklinisch beatmeter Menschen zugeschnitten sind. Inhalte sind u. a.:
- Sichere Mundpflege bei invasiver und nicht-invasiver Beatmung
- Biofilm-Management und Keimreduktion
- Erkennen von Pilzinfektionen, Druckstellen und Schleimhautveränderungen
- Trachealkanülen-assoziierte Besonderheiten
- Schluckstörungen einschätzen und sicher begleiten
Die Schulungen sind individuell anpassbar – je nach Team, Patientengruppe und Versorgungssetting.
Individuelle Fallberatung
Viele Intensivpatienten haben komplexe Mundsituationen: Xerostomie, chronische Beläge, Prothesenprobleme, Schmerzen, Druckstellen, Pilzinfektionen. Die Akademie unterstützt Teams dabei:
- Maßnahmen zu priorisieren
- geeignete Hilfsmittel auszuwählen
- Pflegeabläufe zu optimieren
- Angehörige einzubeziehen
Weitere Informationen dazu erhalten Sie bei Annika Hader
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